Technisches Merkblatt
Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe
Spezial AR-Glas Hochleistungsgewebe
- zur Überbrückung und Armierung von Rissen/Fugen und Mischuntergründen
- Erhöhung der Zug- und Reißfestigkeit
- Alternative zur Rissverharzung
- einfach und schnell zu verarbeiten
- für Wohn-, Gewerbe- und Industriebereich
- für innen und außen

Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe, bestehend aus gemäß DIN 1259-1 alkalibeständigem AR-Glas, parallel auf Haftfadengitter und Trägervlies aufgebrachte Glasfaserstränge in Bahnen oder Platten. Zur Überbrückung/Überarbeitung von Rissen, Arbeitsfugen und Übergängen bei Mischuntergründen mit Rissbreiten von 3-5 mm. In Kombination mit dem Kiesel Ki 891 Fasergelege und Kiesel Spachtelmassen können im Wohn-, Gewerbe- und Industriebereich rissfreie, tragfähige Untergründe hergestellt werden. Das Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe kann als Alternative zur herkömmlichen Rissverharzung mit Vergussmassen oder Rissharzen bei Rissen und Fugen mit geringer Bewegung eingesetzt werden.
Das Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe kann zur Sanierung auf Beton, Estrichen aller Art, Altuntergründen mit fest anhaftenden Spachtelmassen- und Klebstoffschichten, alten rissigen Keramik-, Naturstein- und Kunststeinbelägen, OSB-Platten (OSB/2 + OSB/4), Spanplatten (P4 - P7), Holzdielen, Fertigteilestrichen, Hohlraum- und Doppelbodensysteme sowie Trittschall- und Entkopplungsplatten eingesetzt werden.
Der Untergrund muss gemäß der VOB, Teil C, DIN 18352, DIN 18356, DIN 18 365 sowie dem Stand der Technik geprüft und verlegereif sein. Untergründe gemäß aktuellem BEB-Merkblatt "Beurteilen und Vorbereiten von Untergründen" sowie dem Merkblatt TKB-8 vorbehandeln.
Untergründe wie Terrazzo, Keramik, Naturstein oder Beschichtungen mit einem alkalischen Grundreiniger reinigen. Je nach Art der Untergründe/des Bodenbelages sowie der Beanspruchung mit geeigneten Kiesel Grundierungen/Vorstrichen belegereif vorbereiten. Die technischen Merkblätter der mitverwendeten Produkte sind zu beachten.
EINARBEITUNG in standfeste Spachtelmassen oder Fliesenkleber:
- Von dem Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe (Rolle) Abschnitte von ca. 60 cm Länge mit einer Schere oder EC-Cutter zuschneiden (bei Plattenware nicht notwendig).
- Entlang der Risse oder den Übergängen bei Mischuntergründen auf beiden Seiten jeweils mindestens 30 cm breit mit den standfesten Spachtelmassen Servoplan Ki 300, ServoFine F 333 oder der Produktkombination aus Okamul RSG Plus und Servoplan Ki 300, dem schnell erhärtenden Fliesenkleber Servoflex K-Schnell SuperTec oder anderen Kiesel Schnellklebern gleichmäßig in einer dünnen Schicht vorspachteln.
- Die zugeschnittenen Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe Abschnitte (oder Platten) mit den Glasfasersträngen quer zum Rissverlauf sowie mit dem Trägervlies nach oben dicht gestoßen in die noch frische, standfeste Spachtelmasse oder den Fliesenklebstoff einlegen und mit einer Glättkelle andrücken, überarbeiten und glattstreichen. Das Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe muss vollflächig in der Spachtelmasse oder dem Fliesenklebstoff eingebettet vorliegen.
EINARBEITUNG in Klebstoffe:
- Das Einarbeiten bzw. Einbetten des Kiesel Ki 890 Armierungsgewebes erfolgt analog den Arbeitsschritten der Variante mit den standfesten Spachtelmassen/Fliesenklebstoffen.
- Anstatt den Spachtelmassen/Fliesenklebstoffen werden hier entweder der 2-komponentige Polyurethan-Parkettklebstoff Bakit PU-P oder alternativ der 2-komponentige Polyurethanklebstoff Okamul PU unter Berücksichtigung des dazugehörigen technischen Merkblattes verwendet. Bei nachfolgenden Spachtelungen darauf muss der Klebstoff in der Frischphase mit Quarzsand der Körnung 0,3-0,8 mm im Überschuss abgestreut werden. Nach Aushärtung des Klebstoffs erfolgt das Absaugen des nicht fest eingebundenen Quarzsandes. Klebstoffverunreinigungen sind in frischem Zustand zu entfernen.
VERBUNDSYSTEM mit Kiesel Ki 891 Fasergelege:
- Das Kiesel Ki 890 Armierungsgewebe wie oben beschrieben verlegen und einbetten.
- Nach Abbinden der standfesten Spachtelmasse oder des Fliesenklebstoffes die Flächenbereiche mit Okatmos® EG 20, Okatmos® UG 30 oder Okatmos® DSG zwischengrundieren.
- Nach Trocknung des Vorstrichs die Gesamtfläche mit Kiesel Ki 891 Fasergelege mit ca. 2 cm Überlappung auslegen und vollflächig mit der vorgesehenen Kiesel Spachtelmasse in einer Schichtdicke von mindestens 5 mm bis max. 10 mm dick überspachteln. Die Spachtelmasse im Frischzustand mit einer Stachelwalze intensiv abrollen.
Farbe
weiß
Anwendungsgebiet
innen und außen
80 cm
45 m
Format
Platte 60 cm x 80 cm
Zugfestigkeit
3.500 N/mm² (am Filament)
Flächengewicht
ca. 108 g/m²
E-Modul
72.000 N/mm²
Bruchdehnung
2,0 %
Feuerbeständigkeit
A2 - nicht brennbar
geeignet (Wärmedurchlasswiderstand beachten)
Rollen stehend, Platten liegend und trocken lagern
Unterkonstruktionen aus Holz müssen dauerhaft trocken sein. Für eine ausreichende Be- und Hinterlüftung ist zu sorgen.
Auf gute und vollständige Trocknung der zudem mit verwendeten Produkte wie z.B. Grundierungen und Spachtelmassen ist zu achten.
Die Möglichkeit der Sanierung maroder oder labiler Untergründe hängen von den vor Ort vorgefundenen Gegebenheiten sowie der vorgesehenen Nutzung ab. Im Zweifelsfall bitte Rücksprache mit der Kiesel Anwendungstechnik halten.
Generell sind Dehn-, Bewegungs- und Randfugen deckungsgleich im Bodenbelagsaufbau zu übernehmen. Ein Schließen oder Überarbeiten von Dehnfugen mit oder ohne Fußboden-Heizungssystemen ist nur nach Rücksprache und anschließender Freigabe der Kiesel Anwendungstechnik auszuführen.
Schere, EC-Cutter, Glättkelle
| Beschreibung | Artikelnummer | EAN |
|---|---|---|
| Rollenware: 45 lfm x 0,80 m = 36 m² / 24 Rollen/Palette | 60384 | 4015705603841 |
| Plattenware: 0,60 m x 0,80 m / 75 Zuschnitte im Karton = 36 m² / 20 Karton/Palette | 60385 | 4015705603858 |
Die vorstehenden Angaben, insbesondere Vorschläge für die Verarbeitung und Verwendung unserer Produkte, beruhen auf unseren Kenntnissen und Erfahrungen. Wegen der unterschiedlichen Materialien und der außerhalb unseres Einflussbereichs liegenden Arbeitsbedingungen empfehlen wir in jedem Falle ausreichende Eigenversuche, um die Eignung unserer Produkte für die beabsichtigten Verfahren und Verarbeitungszwecke sicherzustellen. Eine Haftung kann weder aus diesen Hinweisen noch einer mündlichen Beratung begründet werden, es sei denn, dass uns insoweit Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Mit dem Erscheinen dieses Technischen Merkblatts verlieren alle vorherigen Ausgaben ihre Gültigkeit.
Stand: 05.11.2018/lo