Technisches Merkblatt

Okamul HSD ist eine gebrauchsfertige, lösemittelfreie Dispersion zur Haftvermittlung auf zuvor mit Zement gepuderten Verlegemörteln bei anschließender Verlegung von Rüttelbodenbelägen und zur Herstellung von Nasshaftschlämmen durch Einmischen von Zementen. Die so hergestellten Haftschlämmen werden ebenfalls bei der Rüttelbodenverlegung sowie bei der Verlegung von Feinsteinzeug, Steinzeug, Naturwerkstein, Betonwerkstein und Kunststeinbelägen im Dickbettverfahren eingesetzt. Mit Okamul HSD lassen sich auch Nasshaftschlämmen für Verbundestriche herstellen.
Geprüft von der SFV Großburgwedel, Prüfbescheid 3694/03

Der Untergrund muss trocken, belegreif, sauber und tragfähig sein. Darauf in herkömmlicher Weise den Bettungsmörtel in erdfeuchter Konsistenz einbringen. Unmittelbar nach Abziehen des Mörtels mit der Verlegung beginnen. Das Belagsmaterial muss ebenfalls sauber und trocken sein. Die Verarbeitungsrichtlinien zur Herstellung keramischer Bodenbeläge im Rüttelverfahren Stand: Januar 2015 vom AK-QR sind zu beachten.

Einsatz als Sprühdispersion:
Gebrauchsfertiges Okamul HSD mit entsprechendem Sprühgerät (z.B. handelsübliche Gartenspritzgeräte wie Gloria Typ 262) gleichmäßig auf zuvor aufgestreute Zementpuderschicht bei einem Verbrauch von ca. 300 - 500 g/m² aufsprühen. In die noch frische, klebrige Oberschicht (Fingerkuppentest) sofort anschließend das Belagsmaterial einlegen und wie üblich einrütteln.
So viel Okamul HSD aufsprühen, wie innerhalb von 20 Minuten mit Fliesen belegt werden kann. Bei Arbeitsunterbrechungen den Sprühkopf/die Sprühdüse in sauberes Wasser stellen, um ein Verkleben zu verhindern.
Für die maschinelle Verarbeitung von Okamul HSD eignen sich z.B. Kolbenpumpen der Firmen Wagner und Desoi.

Herstellen einer Nasshaftschlämme:
Okamul HSD in sauberes Anmischgefäß geben. So viel Zement einrühren, bis eine bequem spachtelfähige oder streichfähige Konsistenz erreicht ist. Diese Mischung mit einer Kammspachtel oder Glättkelle in einer Mindestschichtdicke von 1,5 mm auf das vorgezogene, frische Mörtelbett aufspachteln und innerhalb von ca. 20 Minuten mit Fliesen belegen. Anmachflüssigkeit ca. 500-600 g Okamul HSD je kg Zement. Verbrauch ca 800 g/m² Okamul HSD.
Bei Anwendung des Dickbettverfahrens diese Schlämme auf die Rückseite des Belagsmaterials vollflächig spachteln oder streichen, dann sofort den Verlegemörtel aufziehen und die Fliese oder Platte ansetzen. Zur Herstellung darf nur Normzement nach DIN 1164 (bei Naturwerkstein und im Außenbereich Trasszement) verwendet werden.

Herstellen einer Nasshaftschlämme für Verbundestriche:
Sauberen, trockenen, tragfähigen Betonuntergrund mit Okamul HSD unverdünnt grundieren. Anschließend ein Mörtel aus zwei Teilen Zement und einem Teil Zuschlag als Trockenmischung herstellen. Diese Trockenmischung in Okamul HSD in einem sauberen Anrührgefäß einmischen, bis eine streichfähige Konsistenz erreicht wird. Die Haftschlämme auftragen und gut einbürsten. Darauf umgehend "nass in nass" den erdfeuchten Estrichmörtel aufbringen, verteilen und abziehen Anmachflüssigkeit: ca. 400 g Okamul HSD je kg Trockenmörtel. Verbrauch ca. 600 g/m² Okamul HSD.

Farbe

weiß

Anwendungsgebiet

innen, beim Einsatz als Nasshaftschlämme auch außen

Verarbeitungstemperatur

+5°C bis +30°C (Untergrund)

Einlegezeit*

ca. 20 Minuten

Fußbodenheizung

geeignet

GISCODE

D 1 nach TRGS 610

Lagerung

frostfrei lagern, ca. 12 Monate lagerfähig

* 

* Bei +20°C und 65 % rel. Luftfeuchtigkeit. Höhere Temperaturen verkürzen, niedrigere Temperaturen verlängern diese Werte entsprechend.

Werkzeug, Sprühgerät oder eventuell verunreinigte Belagsoberflächen im Frischzustand mit Wasser reinigen.

BeschreibungArtikelnummerEAN
120 kg Kunststofffass100154015705100159

Die vorstehenden Angaben, insbesondere Vorschläge für die Verarbeitung und Verwendung unserer Produkte, beruhen auf unseren Kenntnissen und Erfahrungen. Wegen der unterschiedlichen Materialien und der außerhalb unseres Einflussbereichs liegenden Arbeitsbedingungen empfehlen wir in jedem Falle ausreichende Eigenversuche, um die Eignung unserer Produkte für die beabsichtigten Verfahren und Verarbeitungszwecke sicherzustellen. Eine Haftung kann weder aus diesen Hinweisen noch einer mündlichen Beratung begründet werden, es sei denn, dass uns insoweit Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Mit dem Erscheinen dieses Technischen Merkblatts verlieren alle vorherigen Ausgaben ihre Gültigkeit.


Stand: 25.05.2020/lo