Technisches Merkblatt
Okamul PU-FCA-Boden
Rissüberbrückende, chemikalienbeständige Abdichtung
- hohe Rissüberbrückung
- lösemittelfrei
- hohe Chemikalienbeständigkeit
- mit "Allgemeinem bauaufsichtlichen Prüfzeugnis"
- entspricht DIN 18531, DIN 18534 und DIN 18535
- gelistet im DGNB Navigator

Lösemittelfreies, pigmentiertes Polyurethanharz aus 2 Komponenten zur Abdichtung an Bodenflächen unter Naturwerkstein- und Keramikbelägen, z.B. in Hallen- und Solebädern (‹ 1,2 bar), Großküchen, Laboratorien, Produktionsräumen der Getränke- und Lebensmittelindustrie sowie im Nass- und Unterwasserbereich des Wohnungsbaus.
Okamul PU-FCA-Boden kann in folgenden Anwendungsbereichen eingesetzt werden:
- Bodenflächen nach DIN 18534 (Abdichten von Innenräumen) in den Wassereinwirkungsklassen W0-I bis W3-I (mit chemischer Einwirkung)
- Bodenflächen nach DIN 18531 Teil 5 (Abdichtung von Balkonen, Loggien und Laubengängen)
- Bodenflächen nach DIN 18535 Teil 5 (Abdichten von Behältern und Becken), Abdichten mit flüssig zu verarbeitenden Abdichtstoffen im Verbund mit Fliesen und Platten AIV-F
Als Untergründe eignen sich je nach Feuchtigkeitsbeanspruchungsklassen bzw. Wassereinwirkungsklassen z.B. Beton (DIN 1045) oder Zement- und Gussasphaltestriche (DIN 18560).
Okamul PU-FCA-Boden ist zähelastisch mit hoher Rissüberbrückung und beständig gegen verdünnte Chemikalien und Salzlösungen. Für einen kontrollierbaren Systemaufbau wird Okamul PU-FCA-Boden in 2 Farbtönen geliefert.
In Produktkombination mit unten aufgeführten Klebemörteln liegt ein "Allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis" der Materialprüfanstalt für das Bauwesen TU Braunschweig vor:
- Okapox royal
- Servoflex K-Plus SuperTec
Der Untergrund muss trocken, sauber, tragfähig und geschützt vor rückseitiger Feuchtigkeitseinwirkung sein. Verunreinigungen oder Trennschichten je nach Beschaffenheit des Untergrundes durch geeignete Verfahren wie z.B. Schleifen, Bürsten oder Strahlen entfernen (Vakuumbeton kugelstrahlen). Betonuntergründe im Unterwasserbereich sind zur Verbesserung der Haftung mechanisch aufzurauen, z.B. durch Sandstrahlen. Unebenheiten sind vorher auszugleichen.
Zementgebundene Flächen müssen außerdem folgende Kriterien erfüllen:
| Untergrund | Güte | Restfeuchte |
| Estrich: | mindestens CT C25 F4 | ≤ 2 % |
| Putz: | Mörtelgruppe PIIa/PIIIb Alter: mindestens 28 Tage | |
| Beton: | mindestens C20/C25 Alter bei Schwimmbecken: mindestens 3 Monate Haftzugfestigkeiten ≥ 1,5 N/mm² | ≤ 4 % |
Behälter müssen vor den Abdichtungs- und Belagsarbeiten den später zu erwartenden Belastungen ausgesetzt werden und sind daher zur Probe mit Wasser zu füllen. Damit können später auftretende Verformungen mit negativen Auswirkungen auf den Fliesenbelag vermieden werden. Geeignete Untergründe mit Okapox GF gemäß technischem Merkblatt grundieren und im Frischzustand mit feuergetrocknetem Quarzsand der Körnung 0,2-0,7 mm flächendeckend abstreuen.
Im Unterwasserbereich die Betonflächen an Wand und Boden grundsätzlich z. B. durch den Einsatz der Sandstrahltechnik mechanisch aufrauen und mit einem leistungsfähigen Industriestaubsauger absaugen.
Die Härterflüssigkeit (Komp. B) vollständig dem Basismaterial (Komp. A) hinzugeben. Die beiden Komponenten mit einem elektrischen Rührgerät intensiv mischen bis eine homogene, schlierenfreie Masse entsteht (ca. 3 min rühren, bei +15°C). Anschließend in ein sauberes Gefäß umtopfenund nochmals gründlich homogen mischen.
Zum Anschluss an Wand-/Bodenflächen ist vor der Flächenabdichtung das Kiesel Dichtband 180 auf die abgestreute, ausgehärtete Grundierung mit Okamul PU-FCA-Wand zu verkleben und anschließend im Zuge der Flächenabdichtung vollständig zu überarbeiten. Dichtflansche aus Kunststoff oder Metall ebenfalls vor der Flächenabdichtung unter Verwendung der Kiesel Dichtmanschette Boden, Rohrdurchgänge unter Verwendung der Kiesel Dichtmanschette Wand sowie Innen- und Außenecken unter Verwendung der Kiesel Dichtecken außen und Kiesel Dichtecken innen mit Okamul PU-FCA-Wand eindichten. Stöße sind mindestens 5 cm zu überlappen.
Zur Abdichtung mit Okamul PU-FCA-Boden im 1. Farbton eine Grundschicht porenfrei aufspachteln. Verbrauch: mind. 1,5 kg/m². Nach Durchhärtung (ca. 16 Std.) die Deckschicht im 2. Farbton dünn vorspachteln und gleichmäßig dick abziehen. Verbrauch: mind. 0,5 kg/m² bis 0,7 kg/m².
Die frische Deckschicht mit Quarzsand 0,2-0,7 mm (ca. 1,5 kg/m²) flächendeckend abstreuen. Den Überschuss nach der Aushärtung sorgfältig entfernen, bevor keramische Beläge verlegt werden.
Anschluss an Rohrdurchgänge:
Dichtflansche bzw. Rohre aus Metall und PVC entfetten, anschleifen und mit Okapox GF-M bzw. Okapox GF in einem Arbeitsgang grundieren. Anschließend mit Quarzsand der Körnung 0,2-0,7 mm abstreuen.
Verbrauch: Okapox GF ca. 200 g/m².
Bitte beachten:
Bearbeitete Fläche vor Feuchtigkeit und Verunreinigungen schützen, da sonst die Aushärtung und Haftung der einzelnen Schichten gestört werden kann. Die Untergrundtemperatur muss mindestens 3°C über dem Taupunkt liegen. Nach längeren Unterbrechungen zwischen dem Auftragen der Schichten und bei Nachbeschichtungen die alte Oberfläche gründlich reinigen und anschleifen. Danach einen vollständigen Neubeschichtungsaufbau vornehmen.
Zum Verlegen und Verfugen bei der Einwirkung von Chemikalien ausschließlich Epoxidharzklebe- und Fugenmörtel verwenden.
Farbe
grau, hellgrau
Anwendungsgebiet
innen, an Bodenflächen
Dichte
ca. 1,38 kg/l
Rissüberbrückung
> 0,4 mm
Brandklasse
E (Klassifizierung gemäß DIN EN 13501-1)
Verarbeitungstemperatur
+ 10 °C bis + 25 °C (Untergrund), Material ca. 15 °C < 65% rel. Luftfeuchtigkeit
Temperaturbeständigkeit
- 20 °C bis + 60 °C
Mischungsverhältnis
Gewichtsteile A:B = 100:25
Volumenteile A:B = 100:30
Quarzsand
ca. 1,5 kg/m² (Körnung 0,2-0,7 mm)
oder Granitstand 0,2 - 0,6 mm
Verarbeitungszeit*
ca. 45 Minuten
nach ca. 16 Stunden bis max. 24 Stunden
nach ca. 7 Tagen
nach ca. 7 Tagen
PU 40
EMICODE®
EC 1Plus
trocken lagern, ca. 6 Monate im verschlossenen Originalgebinde lagerfähig
günstige Lagertemperatur: +10°C bis +20°C **
EG-Sicherheitsdatenblatt beachten
*
Bei + 23 °C und 50 ° rel. Luftfeuchtigkeit. Höhere Temperaturen verkürzen, niedrigere Temperaturen verlängern diese Werte entsprechend.
**
Gelagertes Okamul PU-FCA-Boden kann bei häufigen Temperaturwechseln auskristallisieren. Material ca. 2 Stunden im Wasserbad auf + 50 °C bis + 60 °C erwärmen, um Kristallisationsbildung zu beseitigen. Auskristallisierte Komponente B (Härterkomponente) nicht mehr verwenden.
Komponente B enthält polymeres Diphenylmethandiisocyanat ((P-MDI). Gesundheitsschädlich beim Einatmen, Sensibilisierung durch Hautkontakt möglich. Bei der Arbeit gut lüften und Schutzhandschuhe und Schutzbrille tragen. Bei Hautkontakt umgehend mit Wasser und Seife spülen. Bei Augenkontakt sofort mit Wasser spülen und den Arzt aufsuchen.
Merkblatt M 044 "Merkblatt über den Umgang mit Polyurethananstrichstoffen" der Berufsgenossenschaft der chemischen Industrie und das Sicherheitsdatenblatt beachten.
Zur Beachtung: Ab dem 24. August 2023 muss vor der industriellen oder gewerblichen Verwendung eine angemessene Schulung erfolgen.
Verarbeitungshinweis:
Nach dem Mischen/Anrühren der beiden Komponenten muss das Gebinde zwingend in ein sauberes Gefäß umgetopf und nochmals gründlich homogen gemischt werden.
Verbrauch bei glatten Untergründen, Mindesttrockenschichtdicke ≥ 1,0 mm.
Grundschicht: mindestens 1,5 kg/m²
Deckschicht: mindestens 0,5 - 0,7 kg/m²
Ein Schichtdickenzuschlag soll die Untergrundgegebenheiten (rau/porig) und verarbeitungsbedingte Schwankungen berücksichtigen. Durch einen Dickenzuschalg von mindestens 25 % soll die geforderte Mindesttrockenschichtdicke sichergestellt werden.
Werkzeug umgehend mit Aceton oder Ki CleanTex Reinigungstuch reinigen. Abgebundene Reste lassen sich nur noch mechanisch durch Abschaben entfernen.
| Beschreibung | Artikelnummer | EAN |
|---|---|---|
| Okamul PU-FCA-Boden hellgrau / 10 kg Blechgebinde | 60502 | 4015705605029 |
| Okamul PU-FCA-Boden dunkelgrau / 10 kg Blechgebinde | 60503 | 4015705605036 |
Bitte beachten Sie die Vorsichtsmaßnahmen, die für die Handhabung von Chemikalien gelten. Weitere Informationen finden Sie im Sicherheitsdatenblatt.
Die vorstehenden Angaben, insbesondere Vorschläge für die Verarbeitung und Verwendung unserer Produkte, beruhen auf unseren Kenntnissen und Erfahrungen. Wegen der unterschiedlichen Materialien und der außerhalb unseres Einflussbereichs liegenden Arbeitsbedingungen empfehlen wir in jedem Falle ausreichende Eigenversuche, um die Eignung unserer Produkte für die beabsichtigten Verfahren und Verarbeitungszwecke sicherzustellen. Eine Haftung kann weder aus diesen Hinweisen noch einer mündlichen Beratung begründet werden, es sei denn, dass uns insoweit Vorsatz oder grobe Fahrlässigkeit zur Last fällt. Mit dem Erscheinen dieses Technischen Merkblatts verlieren alle vorherigen Ausgaben ihre Gültigkeit.
Stand: 25.06.2026/ag